Drei Tage voller Forschung, Natur und Gemeinschaft - Die Biologieexkursion zum Heiligen Meer

Bereits am Montagmorgen trafen wir uns um 7:45 Uhr am Hallenbad der Schule. Mit Koffern, Rucksäcken und großer Vorfreude begann die gemeinsame Busfahrt zum Naturschutzgebiet. Während der Fahrt wurde bereits viel gesprochen, gelacht und über die kommenden Tage spekuliert.

Eine Gruppe Jugendlicher wandert mit Ausrüstung über einen Wiesenweg zu einem Untersuchungsgebiet in der Natur.

Nach einer kurzen Einführung erhielten alle ihre Zimmerschlüssel und konnten ihre Zimmer beziehen. Die meisten waren in Zwei- oder Dreibettzimmern untergebracht, wodurch bereits zu Beginn eine angenehme Gemeinschaft entstand

Anschließend versammelten wir uns im Kursraum. Dort wurden das Naturschutzgebiet, die geplanten Untersuchungen und die Besonderheiten des Heiligen Meeres vorgestellt. Besonders beeindruckend war die Entstehungsgeschichte der Seen, die jeweils im Abstand von ca. 1000 Jahren durch einen Erdfall entstanden.

Im Laufe des ersten Tages erkundeten wir das Gelände. Dabei wurden erste Wasser- und Bodenproben genommen. Gemeinsam untersuchten wir verschiedene Messwerte und erhielten einen ersten Einblick in die wissenschaftliche Arbeit im Gelände.

Während einer Wanderung durch das Naturschutzgebiet konnten zahlreiche Pflanzen, verschiedene Lebensräume und die besondere Landschaft des Heiligen Meeres beobachtet werden. Die hohen Temperaturen machten die Arbeit zwar anstrengend, sorgten aber gleichzeitig für echtes Sommerlager-Feeling.

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Jugendliche entnehmen und analysieren Wasserproben während einer Bootsfahrt auf einem See. Weitere Teilnehmende begleiten die Untersuchung in benachbarten Booten.

Am Dienstag stand der Höhepunkt der gesamten Exkursion auf dem Programm: die Untersuchungen auf dem See. Mit 2 Paddelbooten fuhren wir gemeinsam auf das große heilige Meer hinaus. Auf dem Wasser arbeiteten wir eng zusammen und übernahmen verschiedene Aufgaben. In der Mitte des Sees wurden Wasserproben aus unterschiedlichen Tiefen entnommen. Meter für Meter wurden Temperatur, Sauerstoffgehalt, pH-Wert, Leitfähigkeit und weitere Werte gemessen. Dabei wurde deutlich, wie sich die Bedingungen im Wasser mit zunehmender Tiefe verändern. 


Besonders spannend war die Arbeit mit der Secchi-Scheibe. Mit ihrer Hilfe wurde untersucht, wie weit das Sonnenlicht in das Wasser eindringt. Wir konnten dadurch direkt beobachten, welche Bedeutung Licht für die Photosynthese und den Sauerstoffgehalt des Sees besitzt.

Nach dem Mittagessen wurden die gesammelten Ergebnisse ausgewertet. Gemeinsam wurden Diagramme erstellt und Zusammenhänge zwischen Licht, Sauerstoff, Temperatur und den Trophiestufen des Sees untersucht. Die zuvor selbst erhobenen Daten machten die Theorie aus dem Unterricht deutlich verständlicher.

Tafel mit einer grafischen Darstellung von Messwerten einer Gewässeruntersuchung, darunter Temperatur, Sauerstoffgehalt und Sichttiefe.

Die Abendende wurde gemeinsam verbracht. Einige schauten einen Film, andere spielten Gesellschaftsspiele oder unterhielten sich in ihren Zimmern. Gerade diese gemeinsamen Stunden außerhalb des Unterrichts machten die Exkursion für viele zu einem besonderen Erlebnis.

Am Mittwochmorgen wurden die Zimmer geräumt und das Gepäck vorbereitet.

Nach dem Frühstück begann der letzte Programmpunkt: das Mikroskopieren von Plankton. Hierfür wurden Wasserproben aus dem See untersucht. Unter den Mikroskopen konnten wir zahlreiche Planktonarten beobachten. Besonders faszinierend war es, die oftmals unsichtbaren Lebewesen des Sees plötzlich in starker Vergrößerung zu sehen. Die Beobachtungen wurden zusätzlich auf Bildschirme übertragen, sodass alle die Ergebnisse gemeinsam verfolgen konnten. So lernten wir verschiedene Arten von Phytoplankton und Zooplankton kennen und erfuhren, welche wichtige Rolle diese Organismen im Ökosystem des Sees spielen.

Besonders interessant war die Erkenntnis, dass einige Planktonarten selbst Photosynthese betreiben können, während andere sich von kleineren Organismen ernähren. Dadurch wurde deutlich, wie wichtig selbst kleinste Lebewesen für das gesamte Nahrungsnetz eines Sees sind.

Gegen Mittag hieß es schließlich Abschied nehmen. Nachdem die Koffer verladen waren, traten wir die Rückfahrt nach Gronau an. Während der Busfahrt wurden die vergangenen Tage noch einmal gemeinsam reflektiert.

Die Exkursion zum Heiligen Meer zeigte eindrucksvoll, dass Biologie weit mehr sein kann als Unterricht im Klassenraum. Eigene Untersuchungen, praktische Erfahrungen und das gemeinsame Erleben der Natur machten die drei Tage zu einer besonderen Erfahrung.

Zwei Jugendliche untersuchen Proben an Mikroskopen in einem Laborraum und dokumentieren ihre Beobachtungen.

Neben vielen neuen Erkenntnissen nehmen wir vor allem gemeinsame Erinnerungen, neue Erfahrungen und einen ganz neuen Blick auf die Natur mit nach Hause.

 

Von A. Fabio Bayraktar